Fachklinik Prinzregent Luitpold

Aus der Klinik

Poster 70-Jahre MGW
17.08.2020

70 Jahre Müttergenesungswerk

Elly Heuss-Knapp gründet 1950 das Deutsche Müttergenesungswerk

Elly Heuss-Knapp

Geboren am 25. Januar 1881, schließt sie mit 18 Jahren ihr Lehrerinnenexamen und mit 24 ihr Studium der
Volkswirtschaft in Freiburg und Berlin ab. Mit 27 Jahren heiratet sie 1908 Theodor Heuss. Elly Heuss-Knapp ist eine emanzipierte Frau. Deshalb engagiert sie sich schon früh mit Vorträgen und Artikeln für die Verbesserung der Bildung und Arbeitsbedingungen von Frauen. Mit 29 Jahren veröffentlicht sie ihr erstes Buch: „Bürgerkunde und Volkswirtschaftslehre für Frauen". Im gleichen Jahr kommt ihr Sohn Ernst Ludwig zur Welt. Elly Heuss-Knapp bleibt berufstätig, unterrichtet stundenweise und schreibt für Zeitungen und Zeitschriften. 1918 entwirft und textet sie Plakate, die Frauen zur Wahlbeteiligung aufrufen und kandidiert selbst für den Reichstag. Ihr Mann erhält im Nationalsozialismus Berufsverbot. In dieser Zeit ernährt Elly Heuss-Knapp ihre Familie erfolgreich mit Werbetexten und -filmen. 1946 wird sie Landtagsabgeordnete in Baden-Württemberg, legt ihr Mandat aber nieder, als Theodor Heuss 1949 Bundespräsident wird.

Gründung des Müttergenesungswerks

Im gleichen Jahr lernt Elly Heuss-Knapp Dr. Antonie Nopitsch, Geschäftsführerin des Bayerischen Mütterdienstes (heute: FrauenWerk Stein e.V.) kennen. Von ihr erfährt sie von der Not der Mütter. Zusammen und unter Einbezug von Vertreterinnen der evangelischen und katholischen Frauenverbände, der Frauengruppen des Deutschen Roten Kreuzes, der Arbeiterwohlfahrt und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes beschließen sie die Gründung eines gemeinsamen „Daches" für Müttergenesung. Am 31. Januar 1950 wird die Elly Heuss-Knapp-Stiftung – Deutsches Müttergenesungswerk gegründet. In einer Rundfunkansprache gibt Elly Heuss-Knapp die Gründung der gemeinnützigen Stiftung bekannt. PR-wirksam ist es das Geburtstagsgeschenk für den Bundespräsidenten. Mit 20.000 Mark Stiftungskapital ist der Anfang des Müttergenesungswerks gemacht. Für die erste Werbekampagne leiht eine Bank 60.000 Mark. Elly Heuss-Knapp bürgt mit ihrem Namen. Jährlich rund um den Muttertag findet eine große Spendensammlung statt. Bis zu ihrem Tod am 19. Juli 1952 gilt ihr ganzes Engagement dem Müttergenesungswerk. Sie bezeichnete es als „Krönung ihres Lebens".

Das Müttergenesungswerk heute

Einer der Meilensteine in der Geschichte des Müttergenesungswerks ist die gesetzliche Verankerung der Kuren. Bis heute haben über 4 Millionen Mütter eine Kur in Anspruch genommen. Das Müttergenesungswerk setzt sich auch heute aktiv für die Gesundheit von Müttern in der Gesellschaft ein, seit 2013 auch für Väter und pflegende
Angehörige. Spendensammlung, Information und Aufklärung sowie politische Arbeit und Rahmenbedingungen für Kuren sind Aufgaben der Stiftung. Aktuell fordert sie zum Beispiel einen gesetzlichen Anspruch von Beratung vor und nach der Kur. In den über 1.000 Beratungsstellen werden jährlich rund 130.000 Mütter sowie einige Tausend Väter und Pflegende beraten, über 60.000 Kuranträge unterstützt und Frauen sowie Männer auf die Kur vorbereitet. Anschließend bieten Beratungsstellen eine Kurnachsorge an. Jährlich nehmen ca. 50.000 Mütter, an die 2.000 Väter und mehr als 70.000 Kinder an Mütterkuren, Mutter-Kind-Kuren und Vater-Kind-Kuren in über 70 Kurkliniken im Müttergenesungswerk teil.

Mehr Infos unter: www.muettergenesungswerk.de/spenden

 

Die FachklinikImage Prinzregent Luitpold ist seit 2017 anerkannte Klinik des Müttergenesungswerkes

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